Landesmeisterschaften in Wemmetsweiler, Newcomercup und Saarlandpokal

Die Wemmetsweiler Staffel Paul Grauberger Gewinner des Saarpokals - Hohe Frauenquote bei Hebermeisterschaften   Die frühere Männerdomäne Gewichtheben stößt mehr und mehr auf das Interesse von Mädchen und Frauen. Bei den diesjährigen Landesmeisterschaften in Wemmetsweiler zeigte das vermeintlich schwache Geschlecht eindrucksvoll, was es in puncto Kraft und Technik so alles zu bieten hat.   Lediglich der Hostenbacher Robin Pohl vermochte mit seinen 70 Punkten (85 und 100 Kg im Reißen bzw. im Stoßen) zu verhindern, dass geschlechtsübergreifend am Ende nicht Tessa Peter vom ausrichtenden Athletenclub Heros Wemmetsweiler nach relativer Wertung vorne lag. 63 Zähler hatte die 23-Jährige nach sechs gültigen Versuchen, 55 Kg im Reißen und 80 Kg im Stoßen zu verzeichnen, aber kurioserweise noch nicht einmal eine Medaille gewonnen. Grund: Ebenso wie ihre Vereinskollegen Erina Cosic und Paul Marx wollte die gebürtige Püttlingerin im Zuge des ausgeschriebenen Newcomerturnieres erst einmal Gewichtheberluft schnuppern, bevor sie sich einen Startpass ausstellen lässt, der gemäß Reglement zum Gewinn von Titel und Ehren berechtigt. Nachdem Tessa Peter jetzt die Teilnahmenorm zu den deutschen Frauenmeisterschaften (Klasse bis 75 Kg) im Zweikampf sensationell um 18 Kg überboten hat, dürfte ihr die Entscheidung leichter fallen. Beeindruckend war auch das Auftreten der Wemmetsweiler Newcomerin Erina Cosic (Klasse bis 69 Kg, 37 und 50 Kg) und des Newcomers Paul Marx (Klasse bis 77 Kg, 55 und 77). Beide lassen sich derzeit in der Talentschmiede von Trainer Friedrich Grauberger den letzten Schliff geben und starteten entsprechend für die Einheimischen. Apropos „Gewichtheber-Dynastie“ Grauberger – hier wurde am denkwürdigen Samstag ein weiteres Kapitel Familiengeschichte aufgeschlagen. Mit der zehnjährigen Marilyn Grauberger griff die älteste Tochter des Trainers erstmals ins Wettkampfgeschehen ein und wurde auf Anhieb Schülermeisterin. Sechs gültige Versuche und eine respektable Leistung mit 20 Kg im Reißen und 22 Kg im Stoßen lassen auf eine erfolgsversprechende Zukunft hoffen. Das Gleiche gilt für Marilyns zwei Monate jüngeren Vereinsfreund Alexander Kindsvater, der fast identische Leistungen (18 und 22 Kg) schaffte und sich damit ebenfalls saarländischer Schülermeister nennen darf. Zwei Landesmeistertitel für Wemmetsweiler gab es bei den Jugendlichen: In der Klasse bis 69 Kg für Tim Esske (Bestleistung im Reißen mit 66 Kg / 75 Kg im Stoßen) und in der Klasse bis 77 Kg für Stefan Auer (ebenfalls Bestleistung im Reißen mit 71 Kg / 85 Kg im Stoßen). Die absolut höchste Leistung bei den Männern schaffte Paul Grauberger (116 und 130 Kg), der mit seinen gehobenen Lasten nicht nur das Schwergewicht dominierte, sondern nach der international gültigen Sinclair-Wertung auch noch den extra ausgelobten Saarlandpokal gewann. Für internationales Fluidum sorgte übrigens die Teilnahme zweier Gäste aus Luxemburg. Jessica Demaret (Klasse bis 53 Kg) gefiel mit 32 und 38 Kg in den beiden Teildisziplinen, während ihr Neudorfer Gewichtheberfreund Alexis Karakatsanis gute 85 und 110 Kg im Reißen und Stoßen meisterte. Gut aufgelegt zeigten sich auch die Gewichtheberfreunde aus Hostenbach. Jessica Jaeger, frisch gebackene dritte deutsche Mastermeisterin, überraschte mit einer neuen Reißbestleistung von 50 Kg (Stoßen 64 Kg). Zu saarländischen Titelehren gelangten weiterhin ihre Vereinskameraden Wilhelm Julian, Hendrik Schmitt und der bereits erwähnte Robin Pohl, während Fabian Reinstädtler als Newcomer sein großes Talent unter Beweis stellte. In der Vereinswertung lag der ausrichtende AC Heros am Ende knapp vor dem Ligakonkurrenten und Oberligameister Hostenbach. Die saarländische Verbandspräsidentin Vera Loch und der rührige Wemmetsweiler Vereinsvorsitzende Dieter Keßler freuten sich unisono über den insgesamt positiven Verlauf und ganz besonders über den überraschend hohen Zuschauerzuspruch bei der Veranstaltung, die auch von Wemmetsweilers Ortsvorsteher Michael Marx mit Interesse verfolgt wurde. Ehrengast Marx war es vorbehalten, gemeinsam mit der Landesvorsitzenden die Meisterehrungen  vorzunehmen und einen gebührenden Schlussakkord zu setzen.